Scampi, Vino und Amore

 

 

 

Vorwort:

 

Mick glaubte immer an die große Liebe. Bis zu jenem Tag, an dem er von seiner Freundin Estrella verlassen wurde. Die Trauer spiegelt sich auch in seinem Essen wieder, wobei er sich diese Veränderung zuerst gar nicht erklären kann. Auch die unzähligen Versuche seiner besten Freundin Maya, ihn etwas aufzumuntern, scheitern immer wieder. Sie lässt jedoch nicht locker und geht aufs Ganze ...

 

 

 

„Was ist los mit dir?!“, schreit Carlos durch das ganze Restaurant und schlägt mit der Faust auf einen der Tische. Er ist der Besitzer eines Restaurants am Strand von Tossa de Mar. „Das kann so nicht weitergehen, Mick! Du treibst mich in den Ruin. Die letzten Monate war hier alles ausgebucht, heute ist kaum jemand hier. Sieh dich nur um! Nennst du das ein gutes Geschäft?“ Carlos brüllt noch lauter: „Eines sage ich dir: Wenn du dich nicht bald in den Griff bekommst, werde ich dich wohl oder übel fristlos entlassen müssen!“

 

Dass es falsch ist, so herumzuschreien, bemerkt er an den Blicken der Gäste, die diese Situation interessiert beäugen. Es sind nicht viele, doch wenigstens sind überhaupt noch welche da. Mick legt schnell seine Kochmütze ab, steht mit gesenktem Kopf da und meint leise: „Vielleicht ist es auch besser so, Chef. Ich werde nicht warten, bis du mir kündigst. Ich gehe alleine. Besser jetzt als nie!“

 

Carlos' Gesicht spricht Bände. Damit hat er überhaupt nicht gerechnet. Im Moment läuft das Geschäft gar nicht gut, doch ohne Mick würde es noch schlimmer werden, dessen ist er sich ganz sicher.

 

„Nein, mein Junge, das hab ich doch nicht so gemeint.“

 

Dass Carlos ein schlechtes Gewissen hat und wieso, dazu später.

 

„Seit mich Estrella verlassen hat, bekomme ich keinen freien Kopf mehr. Ständig muss ich an sie denken. Sie schwirrt ständig in meinem Kopf herum, fast schon wie ein Hirngespinst.“

 

Das Problem ist, dass sich Micks Herzschmerz, nachdem der Ärmste von seiner großen Liebe verlassen wurde, in seinen Kochkünsten spiegelt. Das zumindest ist die Auffassung, die Carlos zu der ganzen Chose offen vertritt. Das Restaurant war früher immer gut besucht, denn Mick ist eigentlich ein sehr guter Koch, und das hatte sich schnell herumgesprochen. Doch seit Estrellas Abschied klappt plötzlich gar nichts mehr. Carlos sieht zu Mick und meinte grinsend: „Na, wenn das alles ist, was dir fehlt ... Ich sehe darin gar kein Problem. Ich werde mir schnell etwas überlegen, was dein Herz wieder aufheitern wird.“

 

An diesem Abend schickt er seinen geplagten Koch früher nach Hause als sonst, im Restaurant ist eh mal wieder nicht viel zu tun.

 

Mick teilt sich seit der Trennung eine kleine Wohnung mit seiner allerbesten Freundin Maya. Maya ist die einzige Frau, die ihn im Moment versteht. Beide kennen sich seit vielen Jahren, sind so was wie Seelenverwandte. Doch niemals würde er diese Verbindung durch Liebe zerstören wollen, obwohl er mehr für sie fühlt. Als er an diesem Abend durch die Tür tritt, steht sie bereits auf der Terrasse mit einem Kaffee in der Hand und grinst ihn an.